Die Kantorei der Salvatorkirche Duisburg

lädt alle Interessierten mit Chorerfahrung zum mitsingen ein. Wir proben jeden Donnerstag von 19.30 - 21.30 im Calvinhaus, Am Burgacker (Wegbeschreibung). Falls Sie mitsingen möchten melden Sie sich bei Kantor Marcus Strümpe, Tel. 0203/287431 (Musikbüro). Ein Vorsingen ist nicht erforderlich.

 

 

Geschichtliches

Die Salvatorkantorei ist der Chor der Duisburger Stadtkirche und wurde 1951 von Konrad Voppel gegründet. Sie gestaltet seitdem jährlich ca. 2-3 große Konzerte in der spätgotischen Stadtkirche Duisburgs. Hauptschwerpunkt hierbei sind die klassischen Oratorien von Bach bis Brahms´ Requiem. Doch beschäftigt sich der Chor auch zunehmend mit selten aufgeführten Werken und solchen des 20. Jahrhunderts. (siehe Archiv)

Konzertreisen führten das Ensemble  ins regionale Umland, in die Niederlande und nach Großbritannien, nach Brandenburg und Berlin und mehrfach nach Litauen - im Rahmen der Städtepartnerschaft Duisburg-Vilnius. Im Jahr 1998 unternahm die Kantorei der Salvatorkirche eine Konzertreise nach Israel.
Aufgeführt wurden in der Vergangenheit neben Oratorien von Händel, Bach und Mendelssohn Bartholdy, die Requien von Mozart, Brahms und Verdi, die große f-moll Messe von Bruckner, das Stabat mater von Rossini, geistliche a-capella-Musik der Renaissance, des Frühbarock und des Barock, aber auch Musik des 20. Jahrhunderts wie die Psalmensinfonie von Igor Strawinsky oder Bernsteins Chichester Psalms.

 

Vergangene und aktuelle Projekte der Kantorei:

Mit einem breit angelegten Rahmenprogramm erklang Haydns Schöpfung open air sowie ein Projekt um das Händeloratorium Joshua in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen; eine Performance des Verdi-Requiems in getanzter Version in Trier in Zusammenarbeit mit dem Konzertchor Trier; ein Projekt um das Oratorium ELIAS von Felix Mendelssohn Bartholdy in Deutschland und in Israel 1998. Das im Jahr 2001 gefeierte 50-jährige Gründungsjubiläum fand seinen Höhepunkt mit der Aufführung der Bachschen Messe in h-moll am ersten Advent.

 

Im Kultuhauptstadtjahr 2010 wird die Kantorei dreimal an herausragender Stelle tätig: Mit der Aufführung von Honeggers "König David" am 27.11.09, dem Projekt "Babel" (mit der Aufführung von Saint-Saens Oratorium Die Sintflut), sowie mit der Aufführung des Verdi-Requiems im November 2010. Die Projekte sind offizieller Bestandteil des 2010-Programmes.

 

 

Kleine Chronik

 

1359
Meister Wilhelm gilt als der früheste bekannte Duisburger Musiker. In den Quellen taucht er als "vedeler und citarista" auf. Er ist von der Stadt angestellt und wird einmal jährlich zur Fortbildung auf die Spielmannsschule in Utrecht geschickt. Neben weltlichen Auftrittsorten ist auch sein Musizieren in Salvator sowie bei der Fronleichnamsprozession belegt. Ende des 14. Jahrhunderts musizieren Spielleute, die bei der Stadt Duisburg im Dienst stehen, mehrstimmige Musik im Gottesdienst der Salvatorkirche - ein wichtiger Beweis dafür, dass mehrstimmige Musik zu dieser Zeit nicht nur an Königs- und Kaiserhöfen stattfand. Aus den Stadtrechnungen erfährt man "den Speeloyden in Sancto Salvatoriskirchen 14 Pfennig".

 
10. September 1515
Eine Orgel wird in Auftrag gegeben (siehe frühere Orgeln). Der angesehene Orgelbauer Hans Süß aus Köln baut ein Instrument mit einem kunstreichen Orgelkasten von "Alt-Gothischer Arbeit und Facon" und fordert bei der Übergabe neben dem vereinbarten Lohn die "grothe Pype" vollgefüllt mit Wein.

 
1554
Der Organist Meister Johann Wilack wird von der Stadt angestellt und soll zu stillen Zeiten, also an Sonn- und Feiertagen, die Orgel spielen. Er erhält hierfür eine Vergütung von 20 Talern und 2 Fudern Brennholz jährlich sowie das Recht - wenn es genügend Eicheln gibt - 4 Schweine im Wald zu mästen.

 
16. Juni 1744
Der Organist meldet dem Rat, daß die Orgel ganz durch die "Ratzen verdorben sei". Man könne nicht mehr spielen und sich im Singen nicht mehr danach richten. 1751 wird eine neue Orgel bei Johann Wilhelm Schöler in Auftrag gegeben.

 

1852
Der Duisburger Gesangsverein wird gegründet. Der Emmericher Pastorensohn Albrecht zur Nieden führt in Duisburg - meist in der Tonhalle, aber auch in der Salvatorkirche - sämtliche großen Oratorien auf (u.a. Haydn, Schöpfung; Händel, Joshua, Judas Maccabäus; Mendelssohn, Elias). Teilweise wird wegen des Geldmangels der Orchesterpart von einem kleinen Ensemble mit Klavier, Klarinette, Flöte, Violine und Baß musiziert. Die Solopartien sangen Choristen. Der Nachfolger Albrecht zur Niedens, Carl Laue, beginnt die Zusammenarbeit mit der Brandtschen Kapelle, dem Vorläufer der Duisburger Symphoniker.  


1904
Im Rahmen einer Generalüberholung wird eine neue Orgel (siehe frühere Orgeln) gebaut. Die Firma Walcker, eine der besten Orgelbaufirmen der deutschen Romantik, stellt das Instrument auf die neu errichtete Empore. Die Orgel wird im Krieg ausgelagert und zerstört.


1910
Das 5. Bach-Fest findet in Duisburg statt (lesen Sie hier einen zeitgenössischen Bericht). Kantor Paul Fischer leitet zu dieser Zeit den Salvatorkirchenchor und gibt alle 3 Monate eine musikalische Feierstunde.


1951
Der aus Leipzig stammende Kirchenmusiker Konrad Voppel gründet die Kantorei der Salvatorkirche. 1952 findet das erste Weihnachtsliedersingen nach dem Vorbild der Leipziger Tradition statt. Unter der Leitung von KMD Konrad Voppel entwickelt sich die Salvatorkirche zum kirchenmusikalischen Zentrum Duisburgs. Solisten wie Peter Schreier, Hans Joachim Rotzsch, Karl Ridderbusch und Adalbert Kraus gestalten mit der Kantorei sämtliche große Oratorien der letzten Jahrhunderte unter besonderer Berücksichtigung der Musik von Bach und Mendelssohn. Eine Orgel mit 4 Manualen und 68 Registern wird von der Firma Hammer 1964 fertiggestellt.


1991
Nachfolger von Konrad Voppel wird Uwe Maibaum. Er initiiert ein breites kirchenmusikalisches Leben in der Gemeinde. Das Singen mit Kindergartenkindern und dem Kinderchor, das Singen mit Senioren und Gemeindegruppen und die Erarbeitung großer Chorliteratur mit der Kantorei der Salvatorkirche geschieht neben ausgeprägter Kirchenmusik im Gottesdienst und vielseitigem Angebot von Kirchenkonzerten.


2002
Die neue Salvatororgel wird eingeweiht. Es ist ein Instrument mit 41 Registern auf 3 Manualen. Gebaut wurde es von der schweizerischen Orgelbaufirma Kuhn / Männedorf.


2007
Uwe Maibaum wird Landeskirchenmusikdirektor von Kurhessen-Waldeck. Sein Nachfolger als Kantor der Salvatorkirche wird Marcus Strümpe, der auch Leiter des philharmonischen Chores Duisburg ist.  Er fördert die Vernetzung mit den anderen Hauptkirchen des Ruhrgebietes zum Kulturhauptstadtjahr 2010 und ist Mitorganisator der Veranstaltungsreihen "Orgelfestival.Ruhr" sowie "Babel" und  "Orgellandschaft Ruhr" in Verbindung mit den kath. Kollegen des Bistum Essen.

 

2009

1. Advent: Mit einer Aufführung des "König David" von Arthur Honegger durch die Salvatorkantorei feiert der ev. Kirchenkreis Duisburg die Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres sowie der Beginn der Veranstaltungsreihen zum 400. Jubiläum der Generalsynode. Festredner im Anschluß an das Konzert waren OB Adolf Sauerland, Präses Nikolaus Schneider sowie Fritz Pleitgen.

 

2010

Am 31.7. findet unter Beteiligung des Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin, der Ministerpräsidentin sowie weiterer politischer Prominenz ein bewegender Trauergottesdienst für die 21 Opfer der Loveparade in Salvator statt. Es predigen der Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider sowie der Essener Bischof Franz-Joseph Overbeck. Der Gottesdienst wird vom ZDF sowie vielen anderen Rundfunkanstalten live übertragen.

 

5.3.2012

Die Stiftung Mercator feiert den Geburtstag von Gerhard Mercator in der aufwändig umgestalteten Salvatorkirche mit einem Festakt  mit 450 geladenen Gästen. Hauptredner ist der Wikipedia-Begründer Jimmy Wales.

 

9.6.2016

Zum 700. Geburtstag der Salvatorkirche gibt es ein umfangreiches Festprogramm. Ein Höhepunkt: Die Aufführung der Carmina burana von Carl Orff. Ein Benefizkonzert der Duisburger Philharmoniker zugunsten der Turmrenovierung mit der Kantorei, dem Tanztheater Ulla Weltike und renommierten Solisten.