Die Salvatorkirche feiert im Jahr 2016 ihren 700. Geburtstag. Hier finden Sie eine Chronologie und die geplanten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.

 

Die Kirche ist von Dienstag bis Samstag jeweils von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Eine 3D-Simulation ´Duisburg im Jahre 1566´ finden Sie hier.

 

siehe auch historische Bilder, Kirchenfenster

 

Alle Veranstaltungen zum 700jährigen Jubiläum finden

Sie auf einem Flyer hier

 

Chronologie zur Salvatorkirche Duisburg

893 Saalbau: Der Saalbau wurde wohl im 10. Jh. durch eine deutlich größere dreischiffige Basilika mit Rechteckchor und Querhaus ersetzt. Erste Erwähnung einer Kirche in Duisburg im Heberegister der Abtei Prüm

um 1150: romanische Kirche wird erbaut, dreischiffige Basilika mit gerader turmloser  Westfront

1181: erstmals als Salvatorkirche erwähnt.

Im 12. Jahrhundert: umfassend erneuert, erhielt einen Westturm und eine Pfeiler-Krypta.

1254: Der Deutsche Orden übernimmt das Patronat  der Salvatorkirche (bis 1553).

1283: Ein Großbrand zerstört die Pfalz-Gebäude, die Kirche wird beschädigt, bald aber für den Gebrauch wieder hergestellt.

1316: Die gotische Salvatorkirche ist im Bau (Beginn mit dem Turm!).

1464: Duisburg wird zum Wallfahrtsort.

Um 1415: Vollendung des gotischen Langhauses (das romanische Querhaus bestand zunächst weiter).

1429 - 1449: Der neue Chor wird errichtet.

1467: Der Turm der Salvatorkirche wird durch Feuer zerstört. Wiederherstellung 1479, 1513 vollendet.

1555: Die Statue des Salvators wird aus der Kirche entfernt.

1566: Johannes Corputius veröffentlicht den Stadtplan Duisburgs (aus der Vogelschau).

1610: In der Salvatorkirche tagt die 1. Generalsynode der reformierten Gemeinden der Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg in der Salvatorkirche. Es werden Beschlusse gefasst, die noch heute zentraler Bestandteil der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland sind.

1613: Die Turmhaube wird durch Blitzschlag zerstört.

Juni 1613: Bildersturm in den Duisburger Kirchen; Hauptaltar, Holzfiguren und Chorgestühl werden zerstört.

1682: Die Salvatorkirche erhält eine zwiebelförmige Haube aus Holz, die bis 1903/04 erhalten blieb.

1903/04: Der Turm erhielt anstelle der barocken Haube ein oktogonales neugotisches Geschoss und einen  hohen Spitzhelm.

13. Mai 1943: Bei einem Bombenangriff wird gerät der Turmhelm in Flammen und stürzt auf das Langhaus, die Kirche brennt aus.

1960: Der Wiederaufbau ist weitgehend abgeschlossen, die Salvatorkirche kann wieder vollständig genutzt werden.

1989 - 2002: Generalsanierung der Salvatorkirche.

2002: Eine neue Orgel der Schweizer Firma Kuhn wird in Dienst genommen.

2014: Wegen möglichen Steinschlags werden Hauptportal und der gesamte Turmbereich gesperrt.

2015: Für die anstehende Sanierung der Schäden werden 2.6 Millionen Euro veranschlagt.

 

 

Die Salvatorkirche wurde im Jahr 1316 erstmals urkundlich als im Bau befindlich erwähnt. Bauherren waren die Deutschen Ordensritter. Der Orden hatte seit 1254 die Patronatsrechte über die Kirche. Wahrscheinlich wurde mit dem Neubau des Turmes begonnen, der vor allem von den städtischen Bürgern finanziert wurde. Er diente nach seiner Fertigstellung auch als Wachturm für die Stadt. Nach Anlage des Chors und der Nebenchore nehmen erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts das Langhaus und die Seitenschiffe Gestalt an. Der Abschluss des Kirchenbaus wird in das Jahr 1415 datiert.

 

Der erste gotische Turmbau war 1367 vollendet. Der Turmhelm der Kirche wurde viermal erneuert. Mit seinem zweiten achtseitigen, spitz zulaufenden Helm und abgewalmten Füßen, der 106 Meter hoch in den Himmel ragte, war die Kirche die damals höchste Kirche in Nordwestdeutschland. 1467 brannte der Turm vollständig ab und konnte erst 1513 wiederhergestellt werden. Der Turmhelm brannte erneut im Jahre 1613. Erst 1692 wurde er durch einen barocken Haubenturm stilfremd ersetzt.

Der Düsseldorfer Architekt Rudolf Wiegmann renovierte die Salvatorkirche in den Jahren 1847 bis 1852 in spätgotischem Stil. Bei der großen Restaurierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt die Kirche einen achteckigen neugotischen Turmhelm, der auf den quadratischen Turm gesetzt wurde, so dass die Kirche eine Höhe von 90 Metern annahm.

Der neugotische Turmhelm der Salvatorkirche fiel kurz vor Ende des 2. Weltkrieges den Bomben zum Opfer und stürzte auf das Langhaus. Sie wurde in 15jähriger Bauzeit wiederaufgebaut, und seit dem Jahre 1960 kann die alte Kirche wieder benutzt werden. Bis heute fehlt der Kirche der Turmhelm. Die letzte ausgedehnte Renovierung der gesamten Kirche fand bis zum Jahre 2003 statt. 

Die heute evangelische Kirche wurde Christus, dem "Salvator mundi" ("Erlöser der Welt") geweiht, dem Schutzpatron der Stadt Duisburg. In der Kirche liegen der berühmte Kartograph Gerhard Mercator und der Gründungsrektor der Alten Universität Duisburg, Johannes Clauberg begraben.

 

Vorgängerkirchen

Die Salvatorkirche geht zurück auf eine Holzkapelle des Königshofes zu Duisburg, die bis ins 9. Jahrhundert im Besitz des Klosters St. Salvator in Herrieden an der Altmühl war, aber bald in den Besitz der Abtei Prüm gelang. Im 11. Jahrhundert wurde die Kapelle durch eine Pfalzkirche ersetzt, aber schon hundert Jahre später musste auch diese Kirche durch einen Neubau ersetzt werden. Es entstand eine dreischiffige romanische Basilika mit einem Westturm. Grundmauern dieses romanischen Baues der Stauferzeit konnten ergraben werden. Im 13. Jahrhundert ließ sich in Duisburg der Deutsche Orden nieder. Er erwarb von der Abtei Prüm die Duisburger Pfalzgebäude mitsamt der Basilika und richtete dort eine Niederlassung ein. Im Jahre 1283 kam es zu einem verheerenden Brand, bei dem die Duisburger Königspfalz und die Kirche zerstört wurden. 1290 verpfändet König Rudolf von Habsburg die Stadt Duisburg gegen 2000 Silbermark an den Grafen von Kleve.

1316 schließlich war der Bau der heutigen Salvatorkirche im Gange. Etwa um das Jahr 1415 war der Kirchenbau abgeschlossen. Sie war religiöser Mittelpunkt der Stadt. Ihrem größten Schatz, der hölzernen Salvatorstatuette, sagte man Wunderkraft zu.

1543 wurde auf Beschluss des Rates der Stadt im evangelischen Sinne gepredigt und in den Folgejahren auch das Abendmahl in beiderlei Gestalt (Brot und Wein) gefeiert, so dass bis 1555 die Reformation endgültig Fuß fassen konnte. Vorherrschend war das reformierte Bekenntnis, dem auch die reiche mittelalterliche Ausstattung der Kirche zum Opfer fiel. Nur wenige Katholiken verblieben in der Stadt.

 

Bauplan

Die Salvatorkirche ist eine gotische Basilika mit einem dreischiffigen, sechsjochigen Langhaus. An die Vierung schließen sich einjochige Querschiffe an. Der zweijochige Chor hat einen polygonalen 5/8-Schluss. Die südliche Seitenkapelle entspricht in ihrer spätgotischen Form der des Chores. Das Maßwerk zeigt reichen Fischblasenschmuck. Das Mauerwerk ist aus hellgrauem Tuffstein gefertigt. Das Kirchendach ist mit dunklem Schiefer gedeckt.

Das Strebewerk am Langhaus ist ein Schmuck der historisierenden Gestaltung zu Beginn des 20. Jh. Statisch wäre es nicht erforderlich. Ebenso stammen die gemauerten Giebel der Querschiffe aus dieser Zeit.

Der Turm hatte zeitweilig eine Höhe von 112 Metern. Er wurde erstmals 1367 fertig gestellt und ruht auf vier mächtigen Pfeilern im Westteil der Kirche. Die Westwand des Turmuntergeschosses präsentiert ein beachtliches Fenster zum Alten Markt hin. Den heutigen Abschluss des Turmes bildet ein oktogonales Glockengeschoss von 1903. Der zugehörige neogotische Turmhelm wurde im 2. Weltkrieg zerstört.

 

Ausstattung

Zur Ausstattung der Kirche zählen ein Taufstein aus dem 15. Jh., aufgestellt auf einem modernen Sockel, ein spätgotisches Sakramentshaus und eine Renaissancekanzel aus dem Jahre 1664. Beachtenswert sind auch mehrere Epitaphen, darunter dasjenige von Gerhard Mercator, und die Malereien der Kirchenfenster. Die Orgel aus dem Jahre 2002 stammt von der Schweizer Firma Kuhn (III/P/41).